Engel und Tod

Engel und Tod, Kontrahenten sollte man meinen,
nur der Tod, kann sie vereinen.
Düster Engel, schwarze Schwingen, finsterer Schrei,
sein dunkles singen.
Hat für dich etwas dabei, wird dir eine Nachricht bringen.
Engel, und doch anderes, rein, und doch so finster,
das Leben er bedroht, muss ein Todesengel sein,
er kommt zu dir, hörst du ihn schreien?

Ein Schrei den Wind begleitet, der die Nacht zerbricht,
der Wölfe Brüllen übertönt, eine Eule ist es nicht,
es zu dir schreitet.

Finster, finster, Engel, Nacht,
düster, düster, was hat er nur mitgebracht?
Engel und Tod, geht Hand in Hand,
erst flüsternd eine Stimme, dann ein Schatten an der Wand.

Sein Klopfen an dein Fenster, mit Sorgfalt ausgeführt,
er will dich nicht erschrecken, und seine Stimme dich verführt.
Leise spricht der Engel, „Es ist Zeit“, streckt die Hand aus,
freies Geleit.
Dann siehst du seine schwarzen Schwingen, hörst den Engel, langsam singen,
das Lied bekannt, kennst die Mundharmonika, ein spielen von Tod,
dann wird dir klar, dein Ende ist da.

Steht vor dir, packt dich, lächelt dann,
der Schwingen schwarz, sein Kleid so rein und weiß,
die Augen leer, ein Mann, ein Greis, der Blick ist kalt,
hörst düster ihn erklingen, das er den Tod, dir bringen will,
die Augen nun, der Farbe seiner Schwingen,
kein Flüstern mehr, nur noch singen.
Sein schrei, so schrill.

Engel und Tod, manchmal das gleiche,
Kontrahenten, sollte man meinen,
nur der Tod, kann sie vereinen.
Du vereinst sie, jetzt und hier,
in deinem Sterben, dein und dir.
Flüster, flüster, düster Dichter,
hat den Engel ausgesandt,
hat ihn zur Nacht geboren,
benannt und ihn verloren.

Hat sich entzogen, meiner Krallen, entzogen meinem Geist,
was wird er wollen, und wohin er wohl reist?

Wird es mein Fenster sein, an das es zur Nacht dann leise pocht,
wird er für mich singen, eine Botschaft für mich bringen?
Doch der Dichter lacht, kennt diesen Ort,
kennt den, der dort wohnt, oft war er dort.
Auf ewig mein, das Dichter sein.
Und ewig, das heißt Leben,
für meine Worte, wird es niemals ein Sterben geben.
Meine Feder, sie wird schreiben, beständig sein,
ewig sein, kennt kein Schweigen.

Und mit sanftem, düsteren Worte sprießen,
wird mein Gift, für alle Zeiten fließen.
Zwischen den Welten, im Leben und Tod,
meinen Geist, den bindet kein Ort.

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